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Nach dem Textilkennzeichnungsgesetz dürfen nur "Fasern, die ausschließlich aus Kokons seidenspinnender Insekten gewonnen werden" als Seide bezeichnet werden.
Seide hat einen Anteil von weniger als 1% der Weltfaserproduktion.
Vor 5000 Jahren begann man in China Seide zu verarbeiten und konnte das Geheimnis ihrer Gewinnung über 3000 Jahre bewahren.
Erst etwa 300 v. Chr. machten die Araber, Perser und Inder Bekanntschaft mit Seide.
Im Jahre 552 n. Chr. gelangte Seide nach Byzanz. Seit 1510 ist die Kunst der Seidenraupenzucht und Verarbeitung in den Europäischen Seidenzentren Como und Lyon bekannt.
Die größte Bedeutung in der Seidenproduktion haben die Maulbeerspinnen, die die Seide für die Zuchtseidenproduktion liefern. Sogenannte "Wildseide" wird aus den Kokons der Tussahspinner gewonnen.
Die Raupe stellt den Seidenfaden mit 4 Drüsen her, die am Unterkiefer sitzen. Zwei Drüsen produzieren das Material des Seidenfadens - Fibroin (hornähnlich), zwei weitere Drüsen den Seidenbast oder Seidenleim - Sericin.
Zur Gewinnung des Fadens werden die Kokons, zum Abtöten der Puppe, mit heißem Dampf behandelt, danach in heißes Wasser getaucht und gebürstet. Die Fäden von 3 bis 8 Kokons werden zusammen abgehaspelt. So entsteht ca. 300 - 800 m Rohseidenfaden. Für 1 kg Rohseide benötigt man 10 - 11 Kokons.
Bourette-Seide:
Bei der Produktion von Maulbeerseide kann nur ein gewisser Mittelteil des Kokons abgehaspelt werden. Bei Bourette-Seide wird dieser nicht abspinnbare Rest des Kokons verwendet. Bourette-Seide wird durch das Grobspinnverfahren hergestellt, ist unregelmäßig und leicht noppig. Bourette-Seide ist stumpfer und fülliger als andere Seidenarten, aber dennoch sehr weich.
Schappeseide:
Bei Schappeseide werden die gewonnenen Teile des bereit abgehaspelten Mittelteil des Kokons der Seidenraupe des Maulbeerbaums verwendet. Sie sind aus Seidenfäden längeren Stapels versponnen und haben eine sehr feine Qualität. Schappegarne sind besonders weich, glatt, regelmäßig und haben einen leichten sanften Glanz.
Seide nimmt bis zu 30% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf ohne sich feucht anzufühlen.
Sie wirkt auf natürliche Weise heilend und ist Temperatur ausgleichend, d.h. sie wärmt bei Kälte und kühlt bei Wärme.
Mit einer Dichte von 1,25 g pro Kubikzentimeter gehört Seide zu den leichtesten Faserstoffen überhaupt. Sie hat auch die höchste Elastizität aller Naturfaserstoffe und kann sich bis zu 24 % dehnen. Mit 12 - 15 Micron ist sie die feinste Naturfaser überhaupt, dabei extrem reißfest.
Die außerordentliche Länge dieser Naturfaser, ihre Reißfestigkeit, Feinheit und der charakteristische Griff machen Seide zu einem der edelsten Textillmaterialien. Seide ist besonders hautverträglich und hat eine glänzende Oberfläche.
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